Ein Auslassen der Generalsanierung der linken Rheinstrecke ist indiskutabel
Die für 2028 geplante Sanierung muss vollständig umgesetzt werden. Neben der technischen Infrastruktur müssen auch die veralteten Stationen umfassend modernisiert werden.
Mainz/Koblenz – Der Fahrgastverband PRO BAHN weist Überlegungen, die für 2028 geplante Generalsanierung der linken Rheinstrecke aufzuschieben oder gar auszulassen, entschieden zurück. Die Sanierung muss im vorgesehenen Zeitfenster stattfinden. Eine endgültige Entscheidung über eine mögliche Verschiebung ist bislang nicht bekannt.
„Die linke Rheinstrecke darf nicht zum nächsten Opfer einer ständig wechselnden Baustellenplanung werden. Wer die Sanierung jetzt verschiebt, lässt Fahrgäste und Region mit den bekannten Problemen allein“, sagt Noah Wand, Landesvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN Rheinland-Pfalz/Saar. Die Strecke ist eine der Fernverkehrsstrecken mit der geringsten Pünktlichkeit, darüber hinaus wird der Verkehr häufig durch Baumaßnahmen zeitweise eingeschränkt.
Bei der Sanierung geht es nicht allein um Gleise, Weichen und Stellwerke. Auch zahlreiche veraltete Verkehrsstationen müssen modernisiert und wieder auf einen zeitgemäßen Stand gebracht werden. Für den Fahrgastverband PRO BAHN ist die Generalsanierung die notwendige Gelegenheit, diese Arbeiten zu bündeln und die Strecke insgesamt zuverlässiger und attraktiver zu machen.
„Eine Strecke ist erst dann zukunftsfähig, wenn nicht nur die Schienen, sondern auch die Bahnhöfe für die Menschen funktionieren. Die Stationen dürfen bei der Generalsanierung nicht hinten runterfallen“, so Wand.
Die laufende Generalsanierung der rechten Rheinstrecke zeigt, dass mehrmonatige Sperrungen mit einem gut geplanten und verlässlichen Ersatzverkehr fahrgastfreundlich organisiert werden können. Auch aus Sicht des Fahrgastverbands PRO BAHN funktioniert das Ersatzkonzept dort derzeit gut. Diese Erfahrung sollte in die Planung für die linke Rheinstrecke einfließen.
„Eine Sperrung ist eine Belastung – aber kein Grund, notwendige Sanierungen abzusagen. Der rechte Rhein zeigt: Ersatzverkehr kann funktionieren. Jetzt muss die Bahn auch am linken Rhein liefern“, erklärt Wand.
Der Zeitplan ist auch mit Blick auf die Bundesgartenschau 2029 im Oberen Mittelrheintal wichtig. Sie findet vom 19. April bis zum 7. Oktober statt. Für die BUGA ist ein erweitertes Zugangebot vorgesehen; außerdem sind Verbesserungen an Stationen entlang der Rheinstrecken geplant. Eine Verschiebung könnte den zeitlichen Puffer bis zur BUGA verkleinern und das Risiko erhöhen, dass Bauarbeiten und Einschränkungen in die Veranstaltungszeit hineinreichen.
„Zur BUGA werden viele Menschen mit der Bahn anreisen. Die Region braucht dafür eine verlässliche Strecke und moderne Stationen – keine neue Hängepartie bei den Bauarbeiten“, sagt Wand.
Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert Bund und Deutsche Bahn auf, die Umsetzung der Generalsanierung 2028 verbindlich zu bestätigen. Für die Bauzeit muss ein belastbares Ersatzverkehrskonzept vorbereitet werden. Nach Abschluss der Arbeiten müssen sowohl die technische Infrastruktur als auch die Stationen spürbar verbessert sein. Auch soll es danach deutlich weniger Einschränkungen durch weitere Bauarbeiten auf der Strecke geben.
„Der Sanierungsbedarf ist bekannt, die Planungen sind weit fortgeschritten. Ein Aufschub wäre ein politisches und betriebliches Armutszeugnis. Die Generalsanierung der linken Rheinstrecke muss 2028 kommen – vollständig und verbindlich“, sagt Wand.